Horst Sauer

Horst Sauer

Der Escherndorfer Lump ist wahrscheinlich eine der besten Lagen Frankens. Seit mehr als tausend Jahren prägt ein individuelles Kleinklima diese herausragendste Lage. Wie ein Parabolspiegel öffnet sich der Steilhang nach Süden, sammelt das Jahr über alle Sonnenstrahlen ein und schützt die Reben im Winter vor kalten Nord- und Ostwinden. Die Kombination von Hangneigung, Sonneneinstrahlung und Boden des oberen Muschelkalkes ist einmalig. Dieses Terroir bringt Weine mit unverwechselbarer, konzentrierter Frucht und hoher Lebensdauer hervor.

Es ist aber unumstritten, dass hier in den letzten Jahren die besten Weißweine Bayerns, und sicherlich die besten Silvaner der Welt wachsen! Dies ist einzig und allein das Verdienst des bescheidenen Horst Sauers. Aber es kommt hier eben auch auf die Pflege der Rebstöcke an. "Nicht kopieren, sondern mit viel Fingerspitzengefühl Gewachsenes und Vertrautes mit handwerklichem Können und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen verbinden und damit einen eigenen Weg gehen", so beschreibt der zurückhaltende Franke seine Arbeit. International Wine Challange London: "Bester Weißweinerzeuger der Welt 2004"; 4 Trauben Gault Millau 2008.

Das Weingut Horst Sauer in Escherndorf wurde in der Kategorie bis 40 Hektar für den mit der Goldmedaille der Fränkischen Weinprämierung ausgezeichneten 2010er Escherndorfer Lump Riesling, Spätlese, trocken mit dem Staatsehrenpreis gewürdigt.

FAMILIE SAUER - Vater und Tochter im Rampenlicht

Horst Sauer verstand es ganz besonders, sich und die Lage Escherndorfer Lump ins Rampenlicht zu rücken. Die Familie machte sich bereits 1977 von der Genossenschaft selbstständig. Als Horst ans Ruder kam, verwandte er von Anfang an sein ganzes Streben darauf, Spitzenqualität zu erzeugen und arbeitete sich langsam aber sicher in die fränkische Spitze vor. Sauer waren seine Weine nie, sondern stets ausgewogen, harmonisch, mit Tiefgang, vielleicht gelegentlich mit einem Tick zu »modernem Schliff« und stets ein paar Gramm Restzucker, meist etwas oberhalb von »fränkisch trocken« (maximal 4 g/l). Das süße Kontrastprogramm ist ebenfalls stimmig. Nur zu roten Sorten wie dem Spätburgunder fand Horst Sauer bislang keinen rechten Bezug, die Ambitionen gehen in die andere Richtung. Seine Tochter Sandra, die in Geisenheim studierte und Erfahrungen in Australien sammelte, steht ihm schon seit einigen Jahren zur Seite. An der Verkaufsfront wirkt die charmante Gattin Magdalena. An der Kollektion des Betriebes besonders erfreulich ist die Wertschätzung des Müller-Thurgau, der von vielen Winzern regelrecht verleugnet wird, obwohl es oft die Hauptsorte ist. Sauer stellte diesmal zwei »Müller« vor; die Spätlese gefiel uns richtig gut. Trotz seiner Erfolge ist der Escherndorfer bodenständig geblieben. Geheimnisse hat er nicht. »Nicht kopieren, sondern mit viel Fingerspitzengefühl Gewachsenes und Vertrautes mit handwerklichem Können und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen verbinden und damit einen eigenen Weg gehen«, so beschreibt der zurückhaltende Franke seine Arbeit.

Tradition und Moderne
Im Keller, inzwischen die Domäne der Tochter, wird eine Mischung moderner und traditioneller Kellertechnik gepflegt. Wichtig ist, dass das Lesegut, der Most und der Wein über vier Stockwerke hinweg nur im Fallsystem mittels Schwerkraft bewegt werden. Der Verzicht auf Pumpen bedeutet zusätzliche Schonung der Rohstoffe. Im Jahrgang 2010 wetteiferten, wie gewohnt, Silvaner und Riesling um die Spitzenposition im trockenen Bereich. Der Riesling hatte dabei die Nase leicht vorn. Ein besonderer Liebling war allerdings die Mutation Blauer Silvaner, die wir noch nie so druckvoll und lebhaft auf die Zunge bekamen. Bemerkenswert ist auch das Format der vibrierenden edelsüßen Silvaner Auslese. Eine Zitterpartie im Keller war wohl die Gewinnung der beiden exzellenten Trockenbeerenauslesen vom Riesling und Silvaner, die mit 5,5 Grad Alkohol soeben noch den gesetzlichen Mindestwert für Wein erreichten.

 

Aktuelle News

„Der Riesling Cup 2013 geht nach Franken – an das Weingut Horst Sauer für den 2012 Escherndorf am Lumpen Riesling Grosses Gewächs trocken.“
Der Riesling Cup, der jedes Jahr vom Magazin Feinschmecker vergeben wird, ging in den letzten Jahren an nahmen hafte Riesling-Betriebe wie Dönhoff oder Schäfer-Fröhlich.

Süddeutsche Zeitung vom 25. November 2013

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